Dickes Ei aus Brüssel überfordert den Mittelstand

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die ab 25.05.18 Gesetz wird, ist die Umsetzung einer EU-Richtlinie. In 99 Artikeln wird die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Netz geregelt. Dazu gehören z.B. sensible Informationen wie Namen oder biometrische Daten, aber auch solche zur politischen Meinung oder zur ethnischen Herkunft. Die Verarbeitung umfasst alles von der Erhebung, Speicherung, Veränderung bis hin zur Auswertung von Daten. Betroffen von der Verordnung sind alle, die sich im Internet bewegen und in irgendeiner Weise Daten verarbeiten: Privatpersonen, Webseitenbetreiber, soziale Netzwerke, App-Entwickler, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe auch Dax-Konzerne.

Die DSGVO kann aus dem Internet heruntergeladen werden, was nicht heißt, daß sie verständlich ist.

Die Wirtschaftsverbände versuchen, ihren Mitgliedern zu helfen, soweit das möglich ist. Ansonsten protestieren sie dagegen, was nahezu nutzlos erscheint.

Wer die Vorgaben nicht anwendet, dem drohen Strafen von bis zu # 20 Mio. oder 4% des Jahresumsatzes.

In letzter Minute will Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar die Regeln zur Umsetzung lockern. Sie reagiert damit auf massive Kritik aus Wirtschaft und Verbänden. Merkel sagte auf einer Kreisvorsitzendenkonferenz ihrer Partei in Berlin, die bisher vorgesehene Umsetzung lasse Probleme entstehen. „Manches ist wirklich eine Überforderung.“ Der IHA Hotelverband veröfffentlicht das auf seiner Webseite.

Das ist typisch, die Executive merkt erst, daß etwa schief läuft, wenn es zu spät ist. Und, wenn man die Bürokratie unkontrolliert läßt, produziert sie immer neue Bürokratie.



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