Ist Glück von beruflichem Erfolg abhängig?

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Cover gute LauneDieser Unglücklichmacher ist weit verbreitet: Menschen werden anhand ihres Berufes klassifiziert. Ein Chirurg wird mehr geschätzt als ein Arbeiter. Und wir finden uns nur allzu schnell in einer beruflichen Biografie wieder, die ein Leben mit mindestens achtstündigem Arbeitstag und vierzigjähriger Laufbahn beinhaltet. Nicht jeder findet seinen Traumberuf. Vielleicht gehörst du zu den Glücklichen, die jeden Morgen gerne zur Arbeit gehen und diese mit Freude ausüben, die einer Tätigkeit mit Herzblut und Überzeugung nachgehen. Ich wünsche es dir!

Wir erinnern uns: Madame Missou ist Autorin und Inhaberin eines kleinen Cafés. Darüber hinaus Mutter, Freundin und Ehefrau – kurzum: Sie steht mit beiden Beinen im Leben. Sie ist interaktiv und freut sich über Anregungen und neue Kontakte, herzustellen mit: www.madamemissou.de

Der Ratgeber, aus dem der folgende Beitrag kommt, heißt „Madame Missou hat gute Laune“, ISBN: ISBN 978-3-86936-784-2, GABAL Verlag 2017.

Selbst wenn Du mit deinem beruflichen Leben einverstanden bist, gibt es noch genügend Fallstricke. Denk bitte daran, dir genügend Freiräume zu bewahren und deine wohlverdiente Freizeit zu genießen. Oder ist es genau andersherum und du nimmst deinen Job als monoton und frustrierend wahr und bleibst bei ihm nur wegen des guten Einkommens? Hier ist es offensichtlich: Arbeit kann unglücklich machen (das erlebt z.B. auch der Chirurg). Weil wir so viel Zeit unseres Lebens mit Arbeit verbringen, messen wir ihr zu Recht einen großen Wert bei: Wenn du Jahrzehnte nach deinem Schulabschluss zu einem Klassentreffen gehst, werden die meisten nicht fragen: „Wie geht es dir?“, sondern: „Und, was machst du so?“ Diese scheinbar harmlose Frage zielt eindeutig darauf ab, deine berufliche Position zu erfahren, und meint weniger, was du machst, sondern was du bist. Was ich damit sagen möchte: Wir identifizieren uns mit unserer Arbeit und die anderen tun es auch. Dabei müssen wir aufpassen, die Arbeit nicht über zu bewerten und unser Glück einzig von dem abhängig zu machen, welchem Broterwerb wir nachgehen.

Diese Ansicht teilt auch der britische Philosoph Bertrand Russell, doch er geht noch einen Schritt weiter: Nach ihm kann ein Mensch nur glücklich werden, wenn er seine Arbeitszeit verringert. Er malt sich eine Utopie aus, in der ein Arbeitstag aus nur vier Stunden besteht – zugegeben: Eine für viele unrealistische Vorstellung, denkt man an die Rechnungen für Miete, Strom und so weiter. Doch wie wäre es, in Zukunft weniger Überstunden zu machen? Oder sich grundsätzlich abzugewöhnen, dem Erwerbsleben einen zu hohen Stellenwert beizumessen? Wenn du überarbeitet oder mit deinem Job im Allgemeinen unzufrieden bist, weiß Russell eine weitere Lösung: Investier deine Energie verstärkt in schöpferische Tätigkeiten, denn sie machen den Menschen erst aus. Er plädiert für das Nichtstun und die altbekannte Muße. Klingt paradox? Ist es aber nicht. Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt einfach nichts getan? Wenn du unter Stress stehst: Nimm dir einen Tag frei – und zwar wirklich frei!

Wird fortgesetzt



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