Ein Boulevard entsteht

Rund 400 m sind es entlang der Webschulstraße, wenn sie von den Hochschulgebäuden an der Rheydter Straße zum „Wissens- und Innovationscampus“ begangen wird, zum Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums an der Theodor-Heuss-Straße. Was bisher als schlichter Verkehrsweg daherkommt, soll  „ein identitätsstiftender Raum für den Bildungs- und Innovationsstandort Mönchengladbach werden“, heißt es in einer Mitteilung der Stabsstelle Presse und Kommunikation. Die Pläne für einen „Campusboulevard“ werden derzeit politisch beraten. Am 15. Mai berät der Stadtrat das Projekt.

Der Campusboulevard soll die Wahrnehmung der Hochschule im Stadtbild stärken, ein vielfältiges und lebendiges Campusleben fördern und die Hochschule städtebaulich einbinden. Das Projekt ist ein zentrales und lange gehegtes Vorhaben fürein Hochschulquartier, das die Stadt nun mithilfe von Mitteln aus dem Strukturwandel umsetzen könnte.

Oberbürgermeister Felix Heinrichs: „Der Campusboulevard … schlägt eine städtebauliche Brücke zwischen der Hochschule und dem Wissens- und Innovationscampus und steht damit sinnbildlich dafür, dass wir Bildung, Forschung, Innovation und Gründung in unserer Stadt miteinander verweben… .“

Die Webschulstraße soll sich aus einer klar gegliederten Abfolge von Wegen und Plätzen präsentieren. Unterschiedliche Pflastersteine erzeugen ein Teppichmuster und erinnern so an die textile Tradition des Standorts. Neue Grünflächen und Beete, Sitzgelegenheiten und eine verkehrsberuhigte und barrierefreie Ausbildung des Abschnitts machen aus der Straße einen ansprechenden Boulevard, der zum Flanieren und Verweilen einlädt.

Der Campusboulevard wird zu beiden Seiten von Begrünungselementen und Stadtmobiliar flankiert. Baumstandorte, teilentsiegelte Pflaster-/Rasenflächen und Bänke wechseln sich mit wiederkehrenden grünen Inseln ab, die ein zentrales Gestaltungselement sind. Dazu gehören mit Stauden bepflanzte Beete samt Sitzgelegenheiten, die zu Austausch, Lernen und Begegnung unter freiem Himmel einladen. Aber auch flexibel nutzbare Aktions- und Bühnenbereiche sind möglich. Besondere Beleuchtungsmasten und Kunst im öffentlichen Raum sind vorgesehen

Das Herzstück des Campus Boulevards, wie es aussehen könnte

Das Herzstück des Boulevards bildet der Bereich vor dem historischen Backsteinbau des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik (Hausnummern 26 bis 34), an dem sich Gestaltungselemente zusammen mit Flächen für Außengastronomie konzentrieren werden. So schafft der Boulevard eine städtebauliche Verbindung über die Theodor-Heuss-Straße hinweg. Eine Ampel soll künftig die sichere Querung der vierspurigen Straße gewährleisten und in die grüne Welle auf der Theodor-Heuss-Straße eingebunden werden.

Mit der Umgestaltung entsteht eine autoarmer Straße mit Vorrang für Fuß- und Radverkehr; Durchgangs- und Parksuchverkehre werden vermieden. Auf der Richard-Wagner-Straße wird im Kreuzungsbereich zur Webschulstraße die Durchfahrt für den Autoverkehr ganz abgebunden. So entsteht ein verkehrsberuhigter Bereich mit mehr Raum für Fußgänger und Radelnde, die die Blaue Route ohne Einschränkungen nutzen. Im Gegenzug entfällt die Einbahnstraßenregelung auf der Webschulstraße zwischen Rheydter und Theodor-Heuss-Straße, sodass alle Grundstücke, Zufahrten und Garagen für Anlieger erreichbar bleiben.

Auch die Stellplatzsituation wird gänzlich neu geregelt. Viele Parkplätze werden aus dem Boulevard in andere Bereiche verlagert. So entstehen etwa auf der Webschulstraße ab der Kreuzung Theodor-Heuss-Straße bis hin zur Südstraße 28 zusätzliche Stellplätze. Möglich macht das eine geplante Einbahnstraßenregelung, die Platz zum Querparken schafft. Im Ergebnis verringert sich die Gesamtanzahl der Stellplätze lediglich von 151 auf 137. Für das Anwohnerparken ist ein zusätzlicher Stellplatz geplant.

Mit der Abbindung der Richard-Wagner-Straße und dem Erhalt von Stellplätzen werden zwei zentrale Aspekte umgesetzt, die in zwei Informationsveranstaltungen und einer Online-Beteiligung seit November 2025 eingebracht wurden.

Die Gesamtkosten für das Projekt Campusboulevard liegen bei rund € 6,9 Millionen. 97,5 % davon sollen über das Förderprogramm „Empowerment Tagebauumfeld“ im Rahmen des Strukturwandels gedeckt werden.

Nach einem  politischen Beschluss dazu bereitet die Verwaltung den Förderantrag vor, der noch im zweiten Quartal gestellt werden soll. Wird dieser im Laufe des Jahres bewilligt erfolgt die Umsetzung ab 2027.