Die CO2-Vermeidung ist bekanntlich zentrale Absicht der als „Energiewende“ bezeichneten Bemühung. Um das zu erreichen hat sich die Vorgängerregierung in Berlin bis in den Heizungskeller der Bevölkerung begeben und hat u.a. bestimmt, dass zukünftig nur noch Wärme für Wohnungen, öffentliche Gebäude und Gewerbe gewonnen werden darf, wenn die Quelle 65% nicht fossil ist. Ein schwieriges Unterfangen, denn es schließt die Erwärmung aus dem Verbrennen, Gas, Öl oder Kohle aus. Das ging der jetzigen Regierung zu weit und sie hat bekanntlich eine Modifikation auf den Weg gebracht, die allerdings im Gesetzgebungsverfahren hängt, nicht zuletzt, weil sich mächtige interessierte Kreise schon auf die ursprüngliche Maxime eingestellt haben. Auch eine für Kommunen verordnete Wärmeplanung, wie von der Stadt Mönchengladbach und vielen anderen Großstädten verabschiedete, ist so etwas.
Schon allein die paar Sätze zeigen, wie sehr kompliziert die Sache ist, um die es sich hier handelt. Um dem Rechnung zu tragen, hat die Stadt Mönchengladbach gemeinsam mit Leuten aus Wirtschaft, Energieversorgung, Handwerk und Verbraucherschutz deine „Allianz für die Wärmewende Mönchengladbach“ gegründet. Dafür unterzeichneten die Beteiligten eine Erklärung und setzten, wie es in einer Mitteilung heißt, ein deutliches Zeichen für eine enge Zusammenarbeit bei der Transformation der Wärmeversorgung.

Zu den Unterzeichnenden gehören die Stadt Mönchengladbach, die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, die Kreishandwerkerschaft Mönchengladbach, die NEW AG, die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach (WFMG), der Verein ZukunftsHandwerk Energie + Klima e. V. sowie die Verbraucherzentrale Mönchengladbach.
Die Allianz versteht sich als Netzwerk, das Kompetenzen bündelt, den Austausch fördert und rund 30 konkrete Maßnahmenpakete voranbringen soll, damit es eine Wärmewende gibt. Ziel ist es, die Wärmeversorgung in Mönchengladbach schrittweise „klimaneutral“, heißt CO2-frei, zu gestalten, sozial ausgewogen, wirtschaftlich tragfähig und verlässlich.
Ende 2024 hat Mönchengladbach bekanntlich die Wärmeplanung im Zusammenhang mit einem Energiekonzept beschlossen. Das ist alerdings nicht mehr ganz aktuell, weil es neue Bstimmungen geben soll, wie eingangs erwähnt.
Für eine Umsetzung setzt die Verwaltung Rahmenbedingungen und geht an ihren eigenen Liegenschaften mit gutem Beispiel voran. Die sollen ja auch energetisch saniert werden, wofür gerade die Fördermittel gestrichen wurden, wie hier zu lesen.
„Um die Energieversorgung in Mönchengladbach bis 2045 klimaneutral aufzustellen, muss fast jedes Gebäude und jede Straße angepackt werden. Mit der Allianz schaffen wir eine starke Plattform, auf der Verwaltung, Wirtschaft, Energieversorgung, Handwerk und Verbraucherschutz ihre Kompetenzen bündeln und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Gemeinsam können wir diese Mammutaufgabe stemmen“, so wird Oberbürgermeister Heinrichs in der Mitteilung zitiert.
In ihrer Zusammensetzung bildet die Allianz die unterschiedlichen Facetten ab, die für ein Gelingen erforderlich sind. Dazu zählen infrastrukturelle Maßnahmen wie den Ausbau der Stromnetze und den Aufbau von Wärmenetzen. Das sind Aufgaben für die Energieversorger. Die Privatwirtschaft soll Qualifizierungsangebote erhalten, Fördermittelberatung und Vorzeigeprojekte. Gleichzeitig soll das alles bezahlbar bleiben. Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Vereine und Verbände sind eingeladen, sich dem Netzwerk anzuschließen und aktiv teilzunehmen. Das Allianzforum soll mindestens zweimal jährlich zusammenkommen.