Das Team des Tiergartens Mönchengladbach meldet besonderen Nachwuchs: Ein Europäisches Nerzweibchen (Mustela lutreola) hat am 10. Mai 2026 vier gesunde Jungtiere zur Welt gebracht. Die Fähe kümmert sich seitdem liebevoll um ihren Nachwuchs.
Der Zuchterfolg im Tiergrten ist wohlgenährt und entwickeln sich bislang sehr gut. Für Besucherinnen und Besucher sind die Jungtiere derzeit leider noch nicht zu sehen, da sie sich in der geschützten Wurfbox aufhalten. In den kommenden Tagen werden sie jedoch ihre Augen öffnen und damit einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt erreichen. Der Tiergarten erwartet, dass es dann auch nicht mehr lange dauert bis die Jungtiere das Außengehege erkunden und für die Besucher sichtbar sein werden.
Der wildlebende Europäische Nerz ist aktuell vom Aussterben bedroht und ist seit 1925 in Deutschland nicht mehr gesichtet worden. Umso bedeutender ist die erfolgreiche Nachzucht im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), an dem sich der Tiergarten Mönchengladbach aktiv beteiligt. Ziel des Programms ist es, eine genetisch vielfältige Reservepopulation in menschlicher Obhut zu erhalten und gleichzeitig Maßnahmen zur Wiederansiedlung der Art in geeigneten Lebensräumen zu unterstützen.

Der Europäische Nerz unterscheidet sich wesentlich vom amerikanischen, der in Deutschland weit verbreitet ist. Dieser ist robuster und wird bejagd, da er als nicht heimisch ansässige Tierarten verdrängt. Er stammt aus der Pelztierzucht, die in Deutschland inzwischen aufgegeben wurde.
Die im Tiergarten Mönchengladbach geborenen Jungtiere sollen im Herbst im Rahmen eines Auswilderungsprojektes in ihren natürlichen Lebensraum entlassen werden, müssend dafür allerdings trainiert werden, damit sie sich in freier Wldbahn ernähren können.
Die Auswilderung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem EuroNerz e.V., der sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Wiederansiedlung des Europäischen Nerzes engagiert.
„Jede erfolgreiche Nachzucht ist ein wertvoller Beitrag zum Schutz dieser hochbedrohten Tierart. Besonders erfreulich ist, dass sich die Fähe so fürsorglich um ihre Jungen kümmert und diese sich bislang ausgezeichnet entwickeln. Die Wiederansiedlungsprojekte werden wissenschaftlich begleitet und überwacht. Mithilfe moderner Methoden wie Fotofallen und Telemetrie gewinnen Fachleute wichtige Erkenntnisse über das Verhalten, die Wanderungen und das Überleben der Tiere in freier Wildbahn. Diese Daten tragen entscheidend dazu bei, die Schutzmaßnahmen für den Europäischen Nerz weiterzuentwickeln und den langfristigen Erfolg der Wiederansiedlungsprogramme zu sichern. Wir hoffen, dass die vier Jungtiere einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wildpopulation leisten können“, wird Dr. Katrin Ernst, Leiterin des Tiergartens Mönchengladbach, in diesem Beitrag zitiert, der (nicht ganz) von der Stabsstelle Presse und Kommunikation stammt.