Dem Schuleschwänzen auf der Spur

Mehr als jedes achte Grundschulkind in Mönchengladbach weist schulisch relevante Fehlzeiten auf. Das ist natürlich Behördendeutsch zeigt allerdings mit dem Zeigefinger auf ein weitreichendes Problem. Wer sich nämlich im Kindes- oder Jugendalter nicht sozialisiert, was  soviel heißt, wie ein nützliches Mitglied der Gesellschaft wird, wird es später auch nicht. Da wachsen Leute heran, die im schlimmsten Fall so etwas werden wie der Attentäter, der in Berlin den CDS attackierte und nicht wieder zu reparierendes Unheil anrichtete.

Die Stadtverwaltung Mönchengladbach hat nun ein kommunale Themendossier zum Schulabsentismus, sprich Schuleschwänzen, entwickelt und online gestellt. Erstmals liegen damit nützliche Daten für die Mönchengladbacher Grundschulen vor. Die Erhebung ist landesweit noch nicht so oft gemacht worden.

Vignetten aus dem Themendossier

Für die Auswertung wurden Daten von 34 der 35 Grundschulen im Stadtgebiet erhoben. Nach Bereinigung um rein medizinisch begründete Fehlzeiten verblieben 1.024 Kinder mit schulisch relevanten Fehlzeiten. Das entspricht 12,8 Prozent der rund 8.000 erfassten Schülerinnen und Schüler. Besonders auffällig: Die höchsten Quoten zeigen sich bereits in den ersten Schuljahren und sie lassen einen Zusammenhang mit dem Schulsozialindex erkennen. (Der Schulsozialindex zeigt, wie stark eine Schule durch soziale Herausforderungen belastet ist. Er hilft dabei, Schulen mit einem höheren Unterstützungsbedarf zu erkennen und Förderangebote gezielt einzusetzen.)

Die Analyse zeigt, dass Schuleschwänzen in der Regel nicht auf einzelne Ursachen zurückzuführen ist. In fast 87 Prozent der Fälle wurden mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig benannt. Dazu zählen z.B. familiäre Überforderung, Ängste und Unsicherheiten der Kinder sowie Schwierigkeiten im Umgang mit dem Bildungssystem. Letzteres ist natürlich nicht verwunderlich. Wer massenhaft aus sehr fernen Kulturen einwandern lässt, sollte sich das vorher überlegen, was das für Folgen haben kann.

Das Themendossier versteht Schulabsentismus ausdrücklich nicht als individuelles Fehlverhalten, sondern als komplexes Zusammenspiel schulischer, familiärer, gesundheitlicher und sozialer Faktoren. Ziel ist es deshalb, Prävention, Unterstützung und Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendhilfe und weiteren Akteuren gezielt weiterzuentwickeln.

Der Rat der Stadt soll die Verwaltung nun beauftragen zu prüfen, wie bestehende Ressourcen und Unterstützungsangebote künftig noch wirksamer eingesetzt werden können. Dabei sollen insbesondere belastete Schulstandorte, die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen sowie mögliche organisatorische und strukturelle Verbesserungen in den Blick genommen werden, heißt es in einer Mitteilung der Stabsstelle Presse und Kommunikation.

Zu den zentralen Handlungsempfehlungen gehören ein früheres Ansetzen bereits beim Übergang von der Kita in die Grundschule, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Familien, verbindliche Kooperationsstrukturen sowie eine stärkere Bündelung von Ressourcen an besonders belasteten Standorten.

Im nächsten Schritt wird die Verwaltung ein weiteres Themendossier zu  weiterführenden Schulen und Förderschulen erarbeiten.

Das aktuelle Themendossier zu den Grundschulen gibt es online auf der Internetseite der Stadt.