Wie die Viers klang

Die Stadt Viersen ist in diesem Jahr erneut Teil des Projektes „Stadtbesetzung“ des Kultursekretariates NRW Gütersloh. Was das heißt? Vom 22. August bis zum 6. September erklingen entlang des Verlaufs des Dorfer Bachs – ursprünglich „Verse“ oder „Viers“ genannt – an fünf Stationen Klänge, die an Plätscherns und Fließen erinnern, zu hören ist das Klappern eines Mühlrades und der Badelärm eines Schwimmbades.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts verläuft der Bach ab der Kaisermühle verrohrt unter der Kaiser- und Dülkeneer Straße und tritt erst am Stadtrand wieder als Graben zu Tage, allerdings nur noch als Rinnsal .

Eine historische Stadtansicht als eine Brücke über den Dorfer Bach an der Hauptstraße führte, Copyright: Verein für Heimatpflege

Ursprünglich entsprang der Bach, gespeist aus mehr als 100 Quellen im Gebiet der Kaisermühle und bildete den Mühlenweiher. Die vereinten Quellgewässer liefen wasserreich – und trieben fünf Mühlen an – in den Dorfer Weiher. Die Viers unterquerte die Hauptstraße unter einer der hölzernen Brücken, trieb an der Goetersstraße die Goetersmühle an und speiste ein öffentliches Schwimmbad. Der Wasserreichtum versiegte, der Lehrmeinung nach durch Eingriffe in die Natur, aber sicher auch, weil sich schon damals das Klima wandelte.

Klangkünstlerin Katja Kölle macht die Klangwelten des Bachs nun in der Viersener Innenstadt zum Leben. Die Klänge sollen irritieren, neugierig machen, Erinnerungen wecken und die Fantasie anregen. Zugleich weisen sie auf das Wasser hin, das immer noch unter dem Asphalt fließt. Zu hören ist die Klang-Installation täglich von 11 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr.

An den Klanginstallationen weisen Schilder auf das Projekt hin. Per QR-Code sind weitere Informationen abrufbar. Flyer mit Texten und historischen Bildern liegen in der Städtischen Galerie im Park und an verschiedenen öffentlichen Stellen aus.

Städtische Galerie im Park
Rathauspark 1, 41747 Viersen
Telefon 02162 101-160
galerie@viersen.de
Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag 15–18 Uhr, Donnerstag 15–20 Uhr,
Sonntag 11–18 Uhr
Eintritt frei

Termine zur Ausstellung
Donnerstag, 27. August, 15 Uhr
Klangspaziergang mit Klangkünstlerin Katja Kölle und Austausch bei Kaffee
und Kuchen. Treffpunkt Galerie im Park.

Samstag, 29. August, 11 Uhr
Auf den Spuren der Viers. Führung mit Beatrix Wolters, Vorsitzende Verein für Heimatpflege Viersen. Treffpunkt ist an der Kaisermühle im Noppdorf. Wolters erläutert historische Plätze „Auf den Spuren der Viers“ von der Quelle bis zur letzten Station an der Galerie. Dort können dann bei einem Getränk Eindrücke und Erinnerungen ausgetauscht werden.

Samstag, 5. September, 11–13 Uhr
 „Verborgene Klänge – Kulturrucksack-Schreibwerkstatt für Jugendliche (10 bis 14 Jahre)“ beim Art-Action-Wochenende mit Sigrid Blomen-Radermacher in der Galerie. Die Teilnehmenden gehen auf die Suche nach den geheimnisvollen Lauten und notieren ihre Entdeckungen in einem Logbuch.

Anschließend entstehen frei und kreativ kurze Gedichte oder Textbilder, vielleicht sogar ein Interview. Alle Ergebnisse des Wochenendes werden am Sonntag in der Galerie präsentiert. Die Teilnahme am Workshop ist entgeltfrei, eine Anmeldung aber erforderlich unter galerie@viersen.de oder mit der Telefon-Nr. 02162 101-160.