Eine Partei sucht Orientierung

Das traditionelle Sommerfest der FDP in Mönchengladbach vereinte den harten Kern der Partei, also ca. 40 Mitglieder und einige Mitgliederinnen – von insgesamt ca. 200 – im Klubhaus des TG Rotweiß am Rosengarten. Die Präsenz im Stadtrat ist seit der vergangenen Kommunalwahl arg geschmolzen, wie in allen parlamentarischen Gremien, landauf, bundesweit. Da ist es kein Wunder, wenn man sich darüber freut, dass Allensbach festgestellt hat, dass 6% aus einer repräsentativen Fragerunde für die FDP gestimmt haben. Das sind so viele, wie seit Jahren nicht mehr.

Auf dem Sommerfest der FDP: am Mikro Martino Bechara, kandidiert für die im nächsten Jahr anstehende Landtagswahl, neben ihm Alexander Steffen, rechts außen, Daniel Winkens, Kreisvorsitzender der FDP, Foto Philipp Maas

Über die Ursache, weshalb die, die zu Wahlen gehen, die Liberalen nicht mehr ausreichend wählen, haben sich schon viele Leute den Mund fuselig geredet, wie man im Rheinland sagt, wichtiger ist sicher, was den zaghaften Aufschwung verursacht. Ob Wolfgang Kubicki den neuen Schwung bringt, war natürlich Gesprächsthema auf dem Sommerfest.

Andere Gesprächsthemen setzte Alexander Steffen, seit dem 16. Juli ds.Js.  Landtagsabgeordneter für die FDP und Gastredner. Großen Raum in seiner Darstellung nahm die Problematik der unkontrollierten Zuwanderung ein, die daraus resultierenden Folgen für die Sozialsysteme, die natürlich auch belastet werden, weil es nicht gelingt, Ausreisepflichtige zur Emigration zu bewegen, er meinte, die als „Kölner Abschiebeaffäre“ bekannte Geschichte sei kein Einzelfall. so etwas würde sicher viel häufiger geschehen, als es aufgedeckt werde, Ein Thema, das sicher vielen Leuten auf den Nägeln brennt, um ein weiteres Schlagwort zu verwenden. Dass das eine Problematik, welche die AfD groß gemacht hat, davon war auf der Versammlung im Klubhaus nichts zu hören. Dass Steffen dazu referierte, ist allein schon bemerkenswert, denn auf vergangenen Sommerparties waren eher Gastredner zu hören, die dem linken Spektrum zuzuordnen sind.

Ein anderes Thema  – neben weiteren – war die Emigration gut ausgebildeter Leute, die Deutschland verlassen, weil sie anderswo bessere berufliche oder geschäftliche Perspektiven haben. Im Jahr 2025 wanderten ca. 100.000 mehr aus als zurückkamen. Auf zehn Jahre betrachtet, sind das 1 Million, ein bedrohlicher Aderlass für die Volkswirtschaft. Da ist etwas faul im Staate Dänemark, heißt ein weiteres Sprichwort und sollte Anlass sein, grundsätzlich etwas zu ändern, wozu Steffen aufrief. Seine Anregung: Rückkehrwillige mit Boni ködern.

Gesprächsstoff gab es reichlich auf dem Sommerfest, bei dem die Gäste an ein reichlich versorgtes Buffet eingeladen waren, Getränke bezahlten sie selbst.