Kunst & Natur, hautnah erleben

Kunst und Natur, etwas Gegensätzlicheres gibt es wenig. Und der Volksmund weiß: Gegensätze ziehen sich an. Das eine ist wahrscheinlich göttlichen Ursprungs, das andere von schöpferischer Hand. Es zusammenzuführen, eine Vision, der sich eine Frau und ein Mann Anfang des vorigen Jahrhunderts verschrieben und das die Zeiten überdauerte und hautnah erlebbar ist, nicht weit von Mönchengladbach entfernt.

Eine der größten Präsentationen

In diesem Herbst und bis zum 3. Januar 2027 präsentiert das Kröller-Müller Museum eine ganz besondere Ausstellung: Es sind 88 Gemälde von Vincent van Gogh, die Helene (verstorben 1939 im Alter von 70 Jahren) und ihre Nachfolge erwarben aus der Museumssammlung gleichzeitig zu sehen. Die Museumsgründerin Helene Kröller-Müller trug im Laufe ihres Lebens die weltweit größte private Sammlung von Werken des niederländischen Künstlers zusammen. Er wird  als einer der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts angesehen, dem dieser Ruhm allerdings erst nach seinem Ableben zuteil wurde.

Obwohl sich all diese Werke im Besitz des Museums befinden, werden sie nur selten gemeinsam gezeigt, was diese Ausstellung außergewöhnlich macht. Sie zählt zu größten Van-Gogh-Ausstellungen des 21. Jahrhunderts.

Die Ausstellung präsentiert alle Gemälde anhand der drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese drei Themen spielen eine eRolle in van Goghs Leben und Werk. Mit seiner Kunst möchte er Hoffnung und Trost schenken, etwas, was sich durch seine Schaffensperiode zieht, wobei ihm selbst Trost nur wenig zuteil wurde, auch mit der Lieb e haperte es, während er die Hoffnung während seiner Schaffensperiode nicht aufgab.

Glaube, Hoffnung, Liebe

Vincent van Gogh erwähnt die drei Tugenden am 29. Oktober 1876 in einer Predigt, die er als Theologiestudent in der Wesleyan Methodist Church in Richmond hält. Seine Laufbahn als Prediger währt jedoch nicht lange, zu unstet ist sein Charakter.

In der Ausstellung kann das Gemälde Brücke in Arles (Pont de Langlois) nicht nur betrachtet, sondern auch ertastet und akustisch erkundet werden. Ein spezielles Tastmodell eröffnet einen ganz neuen Zugang zu dem Kunstwerk, sodass auch Leute mit einer Sehbehinderung das Gemälde erleben und die Brücke mit ihren Händen erkunden können. Über Kopfhörer lässt sich außerdem eine ausführliche Bildbeschreibung erleben.

Das Museum befindet sich im Nationalpark Hoge Veluwe, eine Heidelandschaft nördlich von Arnheim, deren Ursprünge etwa 160 000 Jahre zurückliegt, als die Landschaft in der Saaleeiszeit geformt wurde. Nachdem die Gletscher verschwanden, war sie wohl mehr bewaldet, aber Köhler brauchen viel Bäume, um Holzkohle zu gewinnen, mit der Eisenerz verhüttet wurde. Hochöfen dafür wurden erst später erfunden.

Der Olivengarten,  ein Mesiterwerk des Künstlers
Olivengarten, entstanden Juni 1889, Copyright Kröller-Müller Museum, das Beitxragsfoto zeigt die Brücke von Arles, entstanden März 1888, Copyright Kröller-Müller Museum

Die so entstandene Heidelandschaft erwarb der eingangs erwähnte Mann mit Namen Anton Kröller, einer der reichsten Männer weltweit, der ein unermessliches Vermögen mit dem Handel  erwarb, auch von kriegswichtigen Gütern, mit denen er sowohl das UK als auch das deutsche Reich im Ersten Weltkrieg versorgt. Das alles brach dann 2023 zusammen, aber zuvor waren das Museum in der Natur der Veluwe entstanden, in das seine Frau, Helene Müller, die in der reichen Phase erworbenen Kunstschätze einbrachte.

Nicht nur van Gogh

Bei einem Besuch sind natürlich nicht nur Werke von van Gogh zu bewundern – auch seine Skizzen und Zeichnungen -,  sondern auch solche von Claude Monet, Pablo Picasso, Charley Toorop und Piet Mondriaan. Wer will, schlendert außerdem durch einen Skulpturengarten wo zweihundert beeindruckende Kunstwerke zu entdecken sind inmitten der Natur des Nationalparks Hoge Veluwe.

Im Rahmen der Ausstellung und in Zusammenarbeit mit dem Verlag Leopold bringt das Museum ein Bilderbuch für Kinder heraus: Leben, um zu malen von Janneke Ipenburg. Das Buch erzählt die Geschichte, wie Vincent mit Unterstützung seines jüngeren Bruders Theo lernt, sich selbst zu malen. Die Brüder standen ihr Leben lang in regem Briefkontakt. Dank dieser Briefe ist viel der Nachwelt erhalten, wie Vincent sich entwickelte und was ihn bewegte.

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