Armut kann man sehr unterschiedlich definieren. Sehr arm ist jedenfalls jemand, der mit der sozialen Mindestsicherung am Leben gehalten wird. Davon konnten zum Jahresende 2025 1.913.066 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen ein Liedchen singen. Das war etwa jeder Neunte oder 10,6 % der Bevölkerung. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das allerdings rund 84.100 bzw. 4,2 % weniger als ein Jahr zuvor. Am deutlichsten waren die Rückgänge bei den Kindern (–7,3 %) und nichtdeutschen Leistungsbeziehenden (–7,2 %). Mindestsicherungsleistungen für Leute in einem Alter von 55 und mehr Jahren sind hingegen um 0,6 % gestiegen.
Gegenüber dem Vorjahr sank die Mindestsicherungsquote 2025 um 0,5 Prozentpunkte auf 10,6 %. In den letzten 10 Jahren schwankte diese zwischen 11,0% und 12,0%. Im Jahr 2016 gab es einen Höchststand mit einer Mindestsicherungsquote von 12,0 % bzw. 2,15 Millionen Betroffenen.
Weniger Asylbewerbung in der Grundsicherung
Betrachtet man die einzelnen Leistungsarten, so ist die Inanspruchnahme der Grundsicherung im Alter mit +3,0 % bzw. +5.975 das fünfte Jahr in Folge auf 201.940 Personen gestiegen. Der stärkste Rückgang war mit –20,3 % bzw. –18.000 bei den Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie denjenigen, die Bürgergeld – so hieß das einmal – mit –4,6 % bzw. –71.600 zu verzeichnen. Gut ein Drittel der Leistungsbeziehenden nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder dem Bürgergeld war minderjährig.
Die höchsten Mindestsicherungsquoten sind im Ruhrgebiet zu finden. An der Spitze liegt Gelsenkirchen mit 21,3 %, dort war jede fünfte Person auf diese Leistungen angewiesen. Danach folgten Dortmund, Essen und Gladbeck mit mehr 17 %. Zum Jahresende 2025 gab es die niedrigsten Mindestsicherungsquoten im Kreis Borken in den Gemeinden Südlohn (3,1 %), Heek (3,3 %) und Raesfeld (3,4 %). Die Gemeinde Nettersheim im Kreis Euskirchen wies ebenfalls eine Mindestsicherungsquote von 3,4 % auf.
In Mönchengladbach wurden 2025 39.920 Personen gezählt, die Mindestsicherung bezogen. Die Stadt hat 281.526 Einwohner, ziemlich genau 14,4 % davon beziehen Mindestsicherung.
Was die EU mit Armut zu tun hat
PS: Die Statistik gibt natürlich keine Auskunft dazu, wie sehr die sozialen Sicherungssysteme ausgenutzt und missbraucht werden. Die Freizügigkeit in der EU ermuntert z.B. Einwohner von Staaten, die aufgenommen wurden, bevor die sozialen Standards dem Durchschnitt entsprachen, das sind aktuell Rumänien und Bulgarien, sich auf in ein gelobtes Land zu machen, z.B. nach Deutschland. Einmal dort genügt eine Anmeldung bei der Arbeitsagentur und die Aufnahme eines schlecht bezahlten Jobs un d auch dessen VErlust, um die Segnungen in Anspruch zu nehmen und auh noch die Verwandtschaft im Heimatland zu unterstützen.
Und das ist bei weitem nicht der einzige Missbrauch der vorkommt. Insofern relativiert sich natürlich der eingangs dieses Beitrags zu lesende Satz: „Sehr arm ist jemand, der mit der sozialen Mindestsicherung am Leben gehalten wird“.
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