Campingmord: Revision von 3 Seiten

Nach fast genau einem Jahr ist Anfang September – wie berichtet – vor dem Landgericht Mönchengladbach das Urteil im „Campingmord-Prozess“ (zur Vorberichterstattung geht es hier) gesprochen worden. Angeklagt waren damals Ramona K., ihr Sohn Adriano K. und zwei Bekannte Adrianos, genannt Konstantin K. und Tim S. Diese beiden hatten, angeheuert von Adriano, Roland P., den Lebensgefährten von Ramona K., in seinem Wohnwagen überfallen und zusammengeschlagen. Etwas später hatte – nach Auffassung des Gerichts – Ramona K. das Opfer mit einem Stein tödlich verletzt. Sie wurde zu lebenslänglich verurteilt, ihre drei Mitangeklagten zu Bewährungsstrafen. (Az 32 KLs 15/18)

Drei Parteien haben gegen das Urteil bzw. Teile davon Revision eingelegt: Andreas Kaschubeck, der Verteidiger von Frau K., der Staatsanwalt und Jörg Straeten, der Anwalt der Nebenklägerin Manuela P. (die Witwe des Opfers). Dem einen ist das Urteil zu streng, den anderen zu lasch.

Andreas Kaschubeck gab als Gründe für seine Revision auf Befragen des Gladbacher Tageblatts u.a. an, es sei keinesfalls sicher, daß P. noch lebte, als Ramona K. nach dem Überfall den Wohnwagen betrat. Ferner hätte das Gericht prüfen müssen, „ob hier nicht die sog. ‚Rechtsfolgenlösung‘ (hierzu gibt es auch einen Wikipedia-Artikel – dieser Link führt dorthin) möglich ist, eine vom BGH entwickelte (ungeschriebene) Strafzumessungsvorschrift, die den Strafrahmen bei Mord (grundsätzlich: lebenslang) bei besonderen Umständen mildert.“

Da sich das Opfer wie ein Tyrann benommen habe, seien solche Umstände allem Anschein nach gegeben, so die Argumentation.

Die Revision der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage richten sich gegen das die Mitangeklagten betreffende Urteil. Der Staatsanwalt hatte im Plädoyer für Adriano K. 12 Jahre, für Tim S. und Konstantin K. jeweils 14 Jahre Freiheitsstrafe gefordert (die nicht zur Bewährung hätten ausgesetzt werden können); die Nebenkläger hatten sich dem angeschlossen.

Das Foto zeigt den Campingplatz, wie ihn der hundewander.guide sieht.

Rhenanus