Corona sorgt für leere Fußballstadien

Das für morgen, 11.03.20, angesetzte Nachholspiel in der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln, das wegen des Sturms „Sabine” verschoben werden musste, wird im Borussia-Park vor leeren Zuschauerrängen ausgetragen. Die Stadt Mönchengladbach setzt damit den für heute vom Land NRW angekündigten Erlass um. Mit Blick auf die Empfehlungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werden wegen der Ausbreitung des Coronavirus Veranstaltungen ab einer Größe von 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis auf weiteres nicht mehr möglich. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatten sich dieser Empfehlung schon in den Medien angeschlossen

„Wir bedauern es sehr, dass es zu dieser Entwicklung gekommen ist, folgen aber selbstverständlich den Vorgaben des Landes, das sich diese Entscheidung sicher nicht leicht gemacht hat, so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. „Ich bin froh, dass es jetzt wenigstens eine NRW-weit einheitliche Regelung gibt, kann aber auch die Enttäuschung der Fans verstehen, dass das traditionelle Derby ohne Zuschauer stattfinden wird”, ergänzt er.

Die Stadt Mönchengladbach steht unverändert zu ihrer am Freitag getroffenen Entscheidung, die die Austragung der Begegnung Borussias gegen den BVB am vergangenen Samstag zugelassen hatte. Reiners: “Vor diesem Spiel gab es weder eine klare Empfehlung von Bundesseite noch klare Vorgaben durch das Land. Die Mediziner, mit denen wir uns intensiv beraten haben, hielten es für verantwortbar, das Spiel nicht zu untersagen.”

In Mönchengladbach gibt es am heutigen 10.03.20, Stand 11 Uhr, eine weitere positiv auf das Coronavirus getestete Person. Dabei handelt es sich um eine Urlaubsrückkehrerin aus Tirol. Insgesamt gibt es damit acht Fälle von nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. 171 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Bei 139 Personen ergab der Test ein negatives Ergebnis.

Das Foto zeigt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners im Ratssaal des Rathauses Abtei

Gladbachs Oberbürgermeister stand der Öffentlichkeit in der Mittagszeit für ein Statement im Ratssaal des Rathauses Abtei zur Verfügung. Er erläuterte noch einmal den eingangs geschilderten Sachverhalt und bat darum, die von höherer Stelle initiierten Massnahmen nicht kommentieren zu wollen. Darauf angesprochen, dass in den Sozialen Medien dazu aufgerufen werde, doch nach Gladbach zu kommen und so die Verbundenheit mit den Fußballern auszudrücken. Es werde nicht gezählt, ob es dann 1.000 oder mehr werden, die sich irgendwo versammeln. Das für die reguläre Veranstaltung ausgesprochene Glasverbot werde aufrecht erhalten.

Vom Gladbacher Tageblatt darauf angesprochen, ob er die Massnahmen angesichts von acht Coronainfizierten in Gladbach für angemessen halte, wich er einen klaren Antwort aus, resümierte allerdings, dass acht Fälle bei einer Einwohnerzahl von 270.000 nicht beängstigend sein können und bemerkte, dass es innerhalb von wenigen Tagen 100% mehr geworden seien.