Die Seestadt mg+ nimmt Konturen an

Ein rund 1,9 Hektar großer See, zwei Kindertagesstätten, zwei öffentlichen Spielplätzen, drei „Mobilität-HUB“ mit Leihmöglichkeiten für eBikes und eScootern sowie Car-Sharing-Angeboten und eine Packstation sind Bestandteile eines neuen Quartiers, dass südlich der Bahnlinie zwischen Breitenbachstraße, Kranzstraße und Lürriper Straße entsteht und welches die Bezeichnung Seesdtadt mg+ trägt. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen sind nun geschaffen. Der Rat hat ihnen auf seiner Sitzung in der Krahnendonkhalle zugestimmt. Nach der gemeinsamen Sondersitzung der Bezirksvertretung Ost und dem Planungs- und Bauausschuss im Februar 2020 wurde der Planentwurf in der Zeit vom 08.04. bis 19. 05.20 öffentlich ausgelegt.

Die Catella Projektmanagement GmbH plant als Investor bis zu 2.000 Wohneinheiten, die hier in den nächsten 15 Jahren errichtet werden sollen. Gebaut werden ausschließlich Mehrfamilienhäuser, davon werden 10 % als öffentlich geförderter Wohnungsbau und 30% als zielgruppenorientierter Wohnungsbau eingeplant. Die Seestadt mg+ ist mit CO2-freier Wärmegewinnung aus Abwasser ein Modellprojekt des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten „Reallabor der Energiewende”. Das Förderprogramm bringt innovative Technologien in Anwendung und erprobt sie unter realen Bedingungen. Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin berichtete in der Ratssitzung, dass die Stadt von NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart ein Zertifikat für den geplanten Klimaschutz erhalten habe. Demnach wird die Seestadt laut Pinkwart die größte Klimaschutzsiedlung in NRW sein. Der Bauantrag für die ersten 250 Wohneinheiten an der Lürriper Straße ist bereits eingegangen. Mit dem ersten Bauabschnitt, der auf den Namen Südviertel hört, wird auch die erste öffentlich nutzbare Mobilitätsstation mit Angeboten für Sharing-Fahrzeugen realisiert. Der Baustart an der Lürriper Straße soll noch 2020 erfolgen.

Vignette: Catella Projektmanagement

Die Stadt hat einen städtebaulichen Vertrag aufgesetzt, der Verlässlichkeit bietet. „Wir haben so viel Verbindlichkeit wie möglich und notwendig geschaffen, aber gleichzeitig dem Investor auch einen Entwicklungsspielraum gelassen”, sagt der Technische Beigeordnete. Der lange Zeitraum von zehn- bis fünfzehn Jahren bis zur Fertigstellung des Gesamtquartiers benötige Anpassungsmöglichkeiten und Optionen. „Wir wissen nicht, wie der öffentliche Raum in zehn Jahren auszusehen hat. Die Entscheider, die nach uns kommen, brauchen einen Spielraum, den der städtebauliche Vertrag auch bieten soll”, so Bonin.