Heute Abend, am 23.10.26, wird sich zeigen, ob es gelingt, die hitzige Volksseele, die sich um den Mönchengladbacher Borussia-Park schart, ein wenig abzukühlen. Wahrscheinlich ist das nicht. Die Fohlen treten in der MHP Arena an, um den VfB Stuttgart zu besiegen, damit die ersten drei Punkte in der schwach begonnen Bundesligasaison eingefahren werden. Sehr wahrscheinlich ist das nicht, immerhin trifft man auf eine Mannschaft, die in der Champions League spielt und in der Tabelle der Besten der Besten vor dem FC Arsenal und Barcelona steht.
Der Neue wendete das Blatt nicht
In der Bundesliga belegen die Fohlen bekanntlich den letzten Tabellenplatz nach verlorenen sechs Spielen und auch ein neuer Trainer konnte das Blatt nicht wenden. der beschimpfte seine Mannschaft nach der verlorenen Heimpartie gegen Hoffenheim, sie hätte Angsthasenfußball gespielt, was stimmen mag, aber wer ist denn dafür verantwortlich, dass so etwas geschieht?

Die Gladbacher Volksseele hat einen gefunden, der dafür noch mehr verantwortlich sein soll, nämlich Präsident Rainer Bonhof – Foto links -, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, die 1974 Weltmeister wurde und in Mönchengladbach seit 2024 im Amt, also zu einem Zeitpunkt als der Niedergang der Borussia schon im vollen Gang war.
Schon im Frühjahr dieses Jahres rumorte es in der Fangemeinschaft der Fohlen, als sie ihre Stimme auf der Hauptversammmlugn erhob. Sie forderte „eine sofortige Neuaufstellung“ des Präsidiums.
Damals sagten die Leute vom FPMG Supporters Club e.V.: ,,Die Sorge ist groß, dass dies der vorerst letzte Sommer sein könnte, in dem wir noch als Erstligist grundlegende Veränderungen im Verein anstoßen können. Borussia Mönchengladbach hat keine Zeit mehr zu verschwenden, auch nicht bis zum Ende der aktuellen Präsidiumslegislatur 2027. […] Wir hoffen sehr, dass das Präsidium, mit seinen verdienten und auf persönlicher Ebene von uns geschätzten Persönlichkeiten, den Weg für eine solche Neu-Aufstellung frei macht.‘‘
Auf deraktuellen Webseite heißt es: Wir haben an verschiedenen Stellen betont, dass es uns nicht um Palastrevolutionen oder die Installation unverhältnismäßig vieler Fanvertreter in den Gremien geht, sondern wir einzig und allein das Beste für Borussia Mönchengladbach wollen. Mit Blick auf die momentane Lage müssen wir aber unsere Forderung aus dem Frühjahr bekräftigen: Wir versichern jedem, der es mit unserer Borussia hält, dass wir nicht tatenlos zusehen werden, wie unser Verein vor die Wand gefahren wird. In den kommenden Wochen wird von uns dazu zu hören sein. Gleichzeitig stellen wir hier klar, dass wir uns gegen jede Bestrebung stellen werden, wie es sie vor 15 Jahren mit der damaligen Initiative Borussia gab – wer aus der momentanen Misere Profit schlagen will, um den Verein von außen gegen die Basis der Fans aufzustellen, wird es mit eben jenen Fans zu tun bekommen.

Die Volksseele spürt das Mittelmaß
Nun gibt es natürlich auch Stimmen, die sich schützend vor Rainer Bonhof stellen und meinen, er sei nicht der wirklich schuldige für die jetzige Misere und die kochende Volksseele. Dazu zählt auch die Online-Ausgabe des Focus. Die das meinen, liegen natürlich nicht ganz falsch, denn der Niedergang begann vor Bonhofs Zeit als Präsident. Man kann den Beginn es Abstiegs lokalisieren: Als Max Eberl – Foto rechts, aufgenommen während seiner Borusia-Zeit – ging, begann in Mönchengladbach die Zeit des Mittelmaßes, Tendenz abwärts. Bonhof war damals Vizepräsident unter Rolf Königs.
Es gibt zwei Koryphäen des deutschen Fußballs, die Mitglieder bei der Borussia sind, das sind Lothar Matthäus und Stefan Effenberg, denen es zugetraut wird, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, ob es einer von beiden auf sich nimmt?
,Wir sind Borussia!‘, heißt auf der Webseite der Fans. Und weiter: nach dem ersten Abstieg in den 90ern, ,,Ein Team‘‘ am Ende der 00er- und ,,Gemeinsam für Borussia‘‘ in den 10er-Jahren – unter verschiedenen Slogans hat unsere Fanszene stets bewiesen, dass sie sich in schwierigen Momenten aufrafft, um dem Verein den Rücken zu stärken. Diese Tugenden müssen wir jetzt wieder auf die Ränge bringen: Schleift eure Freunde und Bekannte ins Stadion, rappelt die Leute in der Kurve um euch herum wach, stoßt euren Sitznachbarn auf der Tribüne an und tragt euren Teil dazu bei, dass wir den Karren hier aus dem Dreck ziehen. Momentan scheint das Szenario, dass wir bereits irgendwann im Winter die Lichter ausknipsen können, mehr als realistisch. Umso mehr müssen wir uns in den nächsten Spielen reinwerfen, um entgegen aller Prognosen doch noch irgendwie endlich zu punkten und den Anschluss hinzubekommen.
Und abschließend: Lott jonn!