Ein Festtag für die Heimatverbundenheit

Festtag für Dülken, aber auch für Viersen. Die Narrenmühle ist wieder begehbar. Selbst Ina Scharrenbach, ist sie doch auch Heimatministerin in NRW, kam an die Rheindahlener Straße, um an einer Feierstunde zur Wiedereröffnung teilzunehmen. Das stand ihr auch zu, denn das Land hat aus dem Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ einen großen Teil der Sanierungskosten getragen. 

Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller sagte bei der kleinen Feierstunde, da wo die Rheindahlener Straße in den  Ernst-Hellmund-Platz übergeht, der lokalpatriotische Gemeinsinn habe gesiegt. Nirgendwo sonst gäbe es so viel Liebe wie hier zum eigenen Kirchturm. Das geschehe sicher auch, weil er einer der höchsten im ganzen Rheinland sei. 

Das Foto entstand bei der  Wiedereröffnung. Es zeigt (v.l.nr.): Hartwig Hören, Sabine Anemüller, Dr. Arie Nabrings, Simone Gartz, Ina Scharrenbach, Dr. Marcus Optendrenk und Dr. Volker Müller (einer, im Hintergrund, bleibt unfreiwillig ungenannt), Foto Stadtverwaltung

Nun, die wiederauferstandene Narrenmühle ist nicht ganz so hoch wie der Kirchturm, aber dass sie auch tief im Herzen der Bevölkerung verankert ist, das kommt nicht von ungefähr.

Die früher als Museumsmühle, später als Narrenmühle bezeichnete Mühle wurde 1809 errichtet und war als Kornmühle in Betrieb, wie eine Inschrift im Triebrad des damals vorhandenen Mahlwerks im obersten Stockwerk belegt. Sie wurde vom früheren Pächter der Tränk(en)mühle Holtz gebaut. Im Gegensatz zu der 1506 errichteten Tränk(en)mühle (vor dem Süchtelner Tor auf dem Mühlenberg gelegen; heute Standort der Paul-Weyers-Grundschule) und der 1556 gebauten Hochmühle oder Höchmühle (am Amerner Weg gelegen) war sie keine Kameralmühle mit Mühlenzwang, sondern privat finanziert, ist in Wkipedia zu lesen. 1906 ging sie in städtischen Besitz über.

2020 hat das niederländische Unternehmen Beijk eine Grundsanierung in der Werkstatt in Afferden vorgenommen. Ein Jahr später stand die Mühle wieder an ihrem Platz. Es folgten Elektro-, Schreiner- und Malerarbeiten und die Gestaltung des Umfeldes. Jetzt wurden auch diese Arbeiten abgeschlossen, so dass einer feierlichen Wiederöffnung nichts im Wege stand.

Am 11. November jedes Jahres treten die Mitglieder der Narrenakademie (früher vornehmlich Akademiker, Kaufleute und Stadträte) ihren „Narrenritt“ auf hölzernen Steckenpferden um die Windmühle an und eröffnen damit die Dülkener Karnevalssession. Der Ritt um die Narrenmühle kann als Tradition bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden, wird aber bereits von Anbeginn Praxis der Berittenen Akademie gewesen sein. Alte Orden, Fahnen, Hüte und Bücher, die dies belegen, werden im Museum der Mühle aufbewahrt.

Neben Landesmitteln stand der Eigenanteil des Fördervereins Narrenmühle zur Verfügung, der zahlreiche Unterstützer gewinnen konnte. Die Stadt Viersen half bei der Verwirklichung der Sanierung mit Rat und Tat, sagt die Stadtverwaltung

Mühlenführungen sind jetzt noch bis September an Sonntagen von 11 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung möglich. 

Hier geht es zur Webseite der Narrenmühle.