Ein „Lolli-Test“ kann’s bringen

Um den Betrieb der Kindertagesstätten in Mönchengladbach auf stabilere Füße zu stellen, hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, ein von der Uni Köln entwickeltes Testverfahren einzuführen. Sinn und Zweck ist, das stetige hin und her zu beenden, denen sich die Betreiber der Kitas ausgesetzt fühlen. Ob eine Kita zu oder auf ist, ist bisher abhängig von Inzidenzen, manchmal auch von überraschenden Kehrtwendungen der Düsseldorfer Staatskanzlei, was Eltern, die berufstätig sind und ihre Kinder in Obhut geben müssen, zum Wahnsinn treiben kann, den Kindern das Leben verleidet und dem eigentlichen Sinn der Kitas entgegenläuft, die ja auch so etwas wie eine Vorschule sind.

Die Absicht erscheint sinnvoll, das Verfahren kompliziert und teuer, aber es kann sich bewähren. Ob es das tut, wird die Praxis erweisen.

OB Felix Heinrichs, Josef van Helden vom Labor mit Lollis und Reagenzglas, Klaus Röttgen, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie sowie Beigeordnete Dörte Schall (v.l.n.r.) nach der Präsentation

Ziel ist, das Infektionsgeschehen in den Kitas frühzeitig zu erkennen. Dafür werden alle Kinder – seit dem heutigen 12.04.21 in allen 38 städtischen Kindertagesstätten und ab dem 21.04.21 in allen 163 Kitas Gladbachs – zweimal in der Woche (freiwillig) darauf hin untersucht, ob sie das Corona-Virus in sich tragen. Dafür wurde ein „Lolli-Test“ erfunden, der auf Akzeptanz stößt, da er lediglich das in den Mundnehmen eines Wattestäbchens vorsieht und keine weiteren Eingriffe in die Körperlichkeit der Kinder. Die Wattestäbe werden dann gruppenweise (dazu gehört auch das mit der Betreuung beauftragte Personal) in einem Reagenzglas eingesammelt, einem Labor zugeführt, das dann am selben Tag nach der PCR-Methode feststellt, ob es in der Gruppe eine Infektion gibt. Gibt es keine, geht die Sache weiter, gibt es eine oder mehrere (das ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellbar), wird die Kita informiert, welche dann die Eltern unterrichtet. Zu diesem Zeitpunkt ist noch niemand persönlich in der Gruppe als infektiös erkannt. Das wird dann in einem weiteren Ausleseprozess vorgenommen, der jetzt beginnt. Dafür sind Einzeltests vonnöten. Und später natürlich auch 14tägige Quarantänen, auch derer, die nicht Positiv sind, aber Kontakt zu positiven hatten. 

So denkt man Infektionsschutz herzustellen und den Kitabetrieb aufrecht zu erhalten. Kosten tut das je Kind und Test 2,- €, macht ungefähr 44.000 € pro Woche (bei 9000 Kindern und 2000 Beschäftigten), lässt sich erahnen, was sich da in benötigter Zeit subsumiert. Wie OB Felix Heinrichs, der es sich nicht nehmen ließ bei der Präsentation des „Lolli-Test“ dabei zu sein, sagte, übernimmt die Stadt die Kosten in der Hoffnung, dass das Land sie ausgleicht.