Hubertus Joseph Pilates ist ein Sohn der Stadt, die heute den Namen Mönchengladbach trägt und zu einer Geburt, am 8. Dezember 1883, Gladbach hieß. Sein Elternhaus steht an der Waldhausener Straße, gleich neben dem als dicken Turm bezeichneten Rest der Stadtmauer. Hier fand am Freitagnachmittag (08.05.26) eine Zeremonie statt, die Hunderte von Anhängerinnen und Anhängern herbei eilen ließ, aus, wie man so schön sagt, aus aller Herren Länder, sie „outeten“ sich mit den Nationalfarben ihrer Herkunft und die zeigten u.a. auf Japan wie Korea, Brasilen wie die USA und natürlich was auf Nationen in Europa schließen lässt. Sie waren alle zum alle zwei Jahre stattfindenden Pilates Heritage Congress geeilt, der diesmal im Merrcure Parkhotel und in der Kaiser Friedrich Halle stattfand – und nun zu dickem Turm und Pilates Haus.

Der Mann, der schon zu Lebzeiten Furore machte und heute eine weltweite Anhängerschaft hat, war ein schmächtiges Kind, von vielem geplagt, was ihn nicht prädestinierte, eine Sportskanone zu werden, aber er schaffte es – auch weil ihm sein Vater, ein Turner für Bewegung begeisterte – zu einem beeindruckenden Athleten. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs war er in England und wurde als deutscher Staatsbürger auf der Isle of Man interniert. Im Lager begann er, sein Trainingssystem weiterzuentwickeln und mit Mitinternierten zu praktizieren. Er beobachtete, dass dank der von ihm entwickelten Übungen und Geräten, man schneller gesund wird und Verletzungen besser heilten.
So erfand er die ersten Maschinen, die später seinen Namen trugen und heute es heute noch tun. Die Analen berichten: Er montierte Federn von ausrangierten Krankenhausbetten an die Wände, sodass auch Bettlägerige ein Widerstandstraining absolvieren konnten.
Nach dem Krieg kehrte Joseph Pilates für einige Jahre nach Deutschland zurück, lebte und arbeitete und entwickelte seine Ideen, vorwiegend im Ruhrgebiet und in Berlin. 2026 wandere er nach New York aus und richtete mit seiner dritten Frau, Clara, die er auf der Überfahrt kennenlernte, Auf der New Yorker Westside ein Studio für Körperübungen ein. 40 Jahre lang lebte und arbeitete er in der 8th Avenue 939.

Am erwähnten Freitagnachmittag füllte sich langsam der Straßenabschnitt am dicken Turm mit Jung und Alt und gegen 17 Uhr ertönte die Stimme von OB Felix Heinrichs in englischer Sprache aus den dort installierten Lautsprechern als er die Versammlung willkommen hieß und sie damit vertrat machte, dass nun der Fleck auf der Waldhausener Straße ob sofort Pilates-Platz heißen solle. Er erzählte, dass die Stadt das Elternhaus von Joseph gekauft habe, um hier eine Erinnerungsstätte an den Mann zu schaffen, von dem die Welt noch heute spricht, obwohl er schon am 09.10.67 in New York verstorben ist.
Oberbürgermeister Felix Heinrichs begrüßte bei der kleinen Feierstunde neben Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, auch Kathy Corey, Präsidentin und Direktorin des Internationalen Pilates Heritage Congress sowie Lolita San Miguel, die letzte noch lebende Pilates-Trainerin der ersten Generation, die von Joseph Pilates selbst ausgebildet wurde und die ein Zertifikat mit Unterschrift des Meisters hat.
Drängt sich die Frage auf, was hat bewirkt, dass die Methode Pilates eine weltweite Bedeutung erlangte? Wenn man sie stellt bekommt es einige Antworten. Er selbst soll auf dem Sterbebett gesagt, haben, seine Methoden seien der Zeit um 50 Jahre voraus. Das mag stimmen, aber das muss auch erst einmal verinnerlicht werden. Wie es heißt, hat er von Anfang an Multiplikatoren gehabt. Das waren Absolventen einer nahe gelegenen Ballettschule, Hollywood-Stars, sogar mit dem Umkreis von J.F. Kennedy soll er zu seinen Methoden korrespondiert haben.
Mit dem Pilates Haus am Pilates-Platz kann Mönchengladbach nun punkten. Die Anwesenden lud Felix Heinrichs ein, wieder in zwei drei Jahren vorbeizuschauen, um zu sehen, was aus all dem geworden ist, was jetzt aus der Taufe gehoben wurde.