Es beginnt die Zeit nach der Kohle

Die Zeit nach dem Ausstieg aus der Braunkohlenförderung im rheinischen Revier hat begonnen. Gemanagt werden soll sie von einer Zukunftsagentur Rheinisches Revier, die beim Wirtschaftsministerium NRW angesiedelt ist. Gestern haben Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat dieses Gremiums die Grundzüge für ein Strukturprogramm für die Zeit nach der Kohl erörtert und es den Medien präsentiert.

Dafür nahmen sich Landrat Michael Kreuzberg als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, Staatssekretär Christoph Dammerdmann als Aufsichtsratsvorsitzender und der Geschäftsführer der Agentur, Ralph Sterck, im Kreishaus in Bergheim Zeit. Das Programm ist 200 Seiten stark, im Zustand kurz vor der Endfassung und soll in der nächsten Woche Freitag veröffentlicht werden. Es ist keine Projektliste, wie Sterck auf Befragen des Gladbacher Tageblatts sagt, sondern ein Rahmenplan.

Konkret geht es nicht wesentlich um die von der Schließung der Tagebaue bedrohten 10 000 Arbeitsplätze, sondern um die Zukunftsfähigkeit einer ganzen Region, deren Wirtschaftskraft von der geförderten Kohle abhängig war und ist. Sie war die Grundlage für preiswerte Energie, in der Frühzeit auch zum Heizen, heute in Form von Elektrizität. Deshalb haben sich Industrie und Gewerbe in der Region angesiedelt. Und das muß erhalten bleiben. Dafür wurde das Programm geschrieben.

Das alles kostet und dafür muß Berlin das Kohleausstiegsgesetz verabschieden, das natürlich auf für die drei anderen noch wirksamen Kohlereviere in Mitteldeutschland gilt. Die dafür vorgesehenen € 20 Mrd. beginnen allerdings schon zu erodieren, was den Unmut von Micheal Kreuzberg während der PK im Kreishaus erregte. Denn eigentlich sind € 20 Mrd. dividiert durch 4 nur ein Klacks und das auch noch verteilt auf zehn Jahre. Der Landrat hält seinen Zorn im Zaun und sagt: Es wird ein Kompromiss in Zahl und Wert geben.

Die Absichten lesen sich natürlich so, wie die Ministerialbürokratie es formuliert: Das Wirtschafts- und Strukturprogramm 1.0 definiert vier Zukunftsfelder, in denen das rheinische Revier bereits heute große Kompetenzen aufweist: Energie und Industrie, Ressourcen und Agrobusiness, Innovation und Bildung sowie Raum und Infrastruktur. Diese Stärken der Region sollen weiter ausgebaut werden.

Das Wirtschafts- und Strukturprogramm 1.0 soll in einer Revierkonferenz am 13.12.19 der nordrhein-westfälischen Landesregierung übergeben werden. Dann beginnt die Arbeit.

Unser Foto zeigt (v.l.n.r.): Ralph Streck, Christoph Dannermann und Michael Kreuzberg während der PK im Kreishaus Bergheim

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