Die Freien Demokraten (FDP) in Mönchengladbach haben auf ihrem turnusmäßigen Kreisparteitag am Samstag, dem 21. März, einen neuen Vorstand gewählt und die bisherige Parteispitze aus Daniel Winkens und Patrick Lademann-Peters auf Daniel Winkens reduziert. Die beiden waren seit März 2025 im Amt, als Peter König überraschend sein Amt niederlegte.
Die Partei, die bei der vergangenen Kommunalwahl nur noch 2,8% der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte und ihre Fraktionsstärke verlor, versucht einen Neuanfang. Das ist notwendig, sollen sich nicht auch noch die wenigen Getreuen von ihnen abwenden.
Die Partei spielte von Anfang an in der Bundesrepublik und auch in Mönchengladbach eine tragende Rolle. Theodor Heuss (FDP). amtierte als Bundespräsident vom 13. September 1949 bis zum 12. September 1959. nachdem er am 12. September 1949 von der Bundesversammlung gewählt worden war und prägte das Amt (in seiner neuen Form) entscheidend. Zu Heuss Zeiten eroberten die Liberalen im damaligen M.Gladbach mehr als 12% der Stimmen im Stadtrat.
Das ist natürlich Schnee von vorgestern, aber es zeigt natürlich, dass aus der überregionalen Politik einiges auch auf die lokale Ebene abstrahlt. Bei der letzten Landtagswahl in NRW ging wegen zu wenig Stimmen die Regierungsbeteiligung verloren, und in Berlin musste sich die Partei aus dem Parlament verabschieden, wie das nun in Baden Württemberger passierte und der Verbleib im Mainzer Parlament steht heute auch auf der Kippe.
Da wirft sich natürlich die Frage auf, wird die Partei noch gebraucht? Sie hat sich seit Guido Westerwelle links von der Mitte positioniert und das liberale Image ist angekratzt, weil sie die Soziale Marktwirtschaft nicht so verteidigte, wie geboten. Wie sehr das nötig ist, weil sie den Wohlstand für alle brachte, und ihr Verlust, den Wohlstand für alle ruiniert, mag allein aus eine Äußerung von Oliver Blume, dem Chef des Volkswagenkonzerns zu entnehmen sein, der die chinesische Planwirtschaft lobte. So etwas zeigt, wo wir heute mental stehen.
Eine Wirtschaftspartei ist die FDP natürlich heute noch. Auf dem Kreisparteitag hatte sie David Zülow eingeladen, ein Unternehmer aus dem Rhein-Kreis Neuss, der so etwas wie das Gesicht des Mittelstandes ist, dessen Potenz in Sonntagsreden immer wieder gelobt wird, deren Grundlagen allerdings wackeln, und hier ist deine liberale Partei gefordert, die Grundlagen wieder auf stabile Füße zu stellen und die Fesseln, welche die Soziale Marktwirtschaft knebeln, zu lockern, wenn nicht gar zu entfernen. Das wurde im Referat von Zülow deutlich. Nur müsste dann mehr kommen, als Samstagsreden.

Foto Philipp Maas
Noch ist Polen nicht verloren und auch die FDP in Gladbach nicht. Das mag man daran erkennen, dass die Partei noch immer für Unternehmer von Interesse ist. Ihr hat sich z.B. Dr. Carsten Jäkel angeschlossen, der auf der Eickener Höhe domiziliert. Er kandidierte auf dem Parteitag als Beisitzer, allerdings erfolglos. Zuvor erzählt er etwas auch seinem Karrierelauf, den den promovierten Sinologen in die Wirtschaft der VR China führte. Im Gespräch mit dem Gladbacher Tageblatt schilderte er den Unterschied von heute zu gestern. Als er in China anfing, war deutsche Ingenieurfertigkeit gefragt und nachgefragt. Das zählt heute nicht mehr, jetzt zählen Kenntnisse von Recht und Verordnungen und selbst das reicht manchmal nicht, um eine Firma in Deutschland zu gründen.
Auf dem Parteitag wurde nicht nur ein neuer Vorstand gewählt, sondern auch alles was für die Administration nötig ist, dafür braucht es z.B. einen Schatzmeister und einen Kreisschriftführer. Das alles für eine Partei, die nur noch zwei Ratsmitglieder hat. Das aber muss nicht so bleiben.