Hochstapler mit Ton

Einer Besatzung des Viersener Verkehrsdienstes fiel am Montagmorgen auf der Poststraße in Kaldenkirchen ein Lkw mit Anhänger auf, weil die Ladung auf dem Anhänger schon auf den ersten Blick schlecht gesichert zu sein schien. Nachdem die Beamten das Gespann angehalten hatten, bedurfte es auch keines weiteren Blickes, um die deutliche Überladung zu sehen. Der Fahrer des Lkw, ein 58 Jahre alter Niederländer, hatte tönerne Dachziegel geladen und war auf dem Weg nach Hause. Als der Anhänger dann auf einer Brückenwaage gewogen wurde, staunten die Beamten nicht schlecht – der Anhänger hatte 1,4 Tonnen zu viel geladen, was in diesem Fall einem Wert von über 50 Prozent entspricht. Zudem waren die Dachziegel-Pakete völlig unzureichend gesichert. „Eine Ladungssicherung war quasi nicht vorhanden, da die Spanngurte erheblich beschädigt waren und somit nicht mehr benutzt werden durften. Die Ziegelpakete waren zudem falsch verladen”, so einer der Beamten. Die Einsatzkräfte ahndeten den Verstoß mit einem Bußgeld von € 400,-, der Niederländer musste die Ladung auf ein weiteres Gespann umladen. 

Anhänger um über 50 % überladen (Foto: Polizei Viersen)

Die Polizei appelliert: Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil Ladung ungesichert, falsch oder unvollständig gesichert ist. Für die ordnungsgemäße Sicherung von Ladung ist auch der Fahrzeugführer verantwortlich. In § 22 der Straßenverkehrsordnung heißt es: Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.