Demokratie, eine Form aus dem Willen der wahlberechtigten Bevölkerung eine Regierung zu bilden, ist ein hohes Gut. Sie gilt als das bestmögliche Mittel. Selbstverständlich ist sie nicht, denn regierende Parteien neigen dazu, Machtpositionen zu sichern und die Opposition klein zu halten. Es ist auch schon mal passiert, dass sie ausgeschaltet wurde. Machtpositionen zu sichern, kann ausarten, erst recht in einer Zeit, die medial ist; und die Demokratie verlangt Beteiligung. Das ist die andere Seite der Medaille. Die Regierenden sollen eine Vielfalt von Ansichten und Meinungen respektieren und nicht permanent Verbote erlassen. Das tun sie nicht immer, was man hier und auch jenseits des Atlantiks erlebt.
Die Stadt Mönchengladbach nimmt die Internationalen Wochen gegen Rassismus zum Anlass, sich mit einer Ausstellung und einen Vortragsabend mit dem Thema zu beschäftigen..
Am Donnerstag, dem 5. März, um 19:00 Uhr, wird in der Zentralbibliothek Carl Brandts Haus „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ die Ausstellung eröffnet. Ein begrüßendes Wort spricht Oberbürgermeister Felix Heinrichs. Diese Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung, will in Kooperation mit der Vereinigung „Omas gegen rechts – MG“ ein Zeichen für demokratische Werte setzen, nimmt menschenfeindliche Ideologien in den Fokus und richtet sich gegen sie.

Mit einem Vortrag an diesem Abend gibt Prof. Dr. Beate Küpper Einblicke in Ergebnisse der aktuellen Mitte-Studie 2024/25 der Friedrich-Ebert-Stiftung unter dem Titel „Wie ‚rechts‘ ist die Mitte?“. Die Untersuchung fragt danach, welche demokratischen, demokratiedistanzierten und menschenfeindlichen Einstellungen tatsächlich in der Bevölkerung vorhanden sind. Es hat sich herausgestellt: Eine deutliche Mehrheit lehnt rechtsextreme Positionen ab, zugleich wächst das Misstrauen gegenüber Institutionen, was natürlich auf negative Erfahrungen mit ihnen zurück zu führen ist. Nationalistische Haltungen gewinnen Zuspruch, und negative Einstellungen gegenüber Minderheiten sind ein Problem. Der Vortrag will diese Spannungen einordnen, benennt Risiken – und zeigt Handlungsspielräume für demokratisches Engagement.
Dr. Beate Küpper ist Professorin am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein und stellvertretende Leiterin des Instituts SO.CON. Seit vielen Jahren forscht sie zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die Ausstellung veranschaulicht die Grundprinzipien demokratischer Ordnung wie Gleichheit, Freiheit und Pluralismus. Ergänzend beleuchtet sie Erscheinungsformen rechtsextremer Ideologien, ihre Verbreitung sowie Strategien der Ansprache – insbesondere Ansprache junger Leute. Ziel ist es, Wissen zu schärfen, Fähigkeiten zu entwickeln, Fakten von „Fake news“ zu unterscheiden und Zivilcourage zu entwickeln.
Die Ausstellung richtet sich an alle ab 14 Jahren und ist während der regulären Öffnungszeiten vom 3. bis zum 29. März kostenfrei zugänglich, auch der Eröffnungsabend, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Zentralbibliothek Carl Brandts Haus ist geöffnet: Mo–Fr 10–22 Uhr, Sa 10–18 Uhr, So 12–18 Uhr. Weitere Infos: www.stadtbibliothek-mg.de