Neuer Trick der Telefonbetrüger

Es ist kaum zu glauben, zu welchen Mitteln Telefonbetrüger greifen, um an Geld zu kommen, was ihnen nicht zusteht. Wie sie Opfer unter Druck zu setzen. Es ist schwer zu nachzuempfinden, welche Grenzen immer wieder überschritten werden, um Menschen um ihr Hab und Gut zu bringen. Die Betrüger geben ihren Opfern sogar eine Geschichte vor, was sie sagen sollen, falls andere Menschen kritisch nachfragen, wofür sie das Geld brauchen, was sie bei der Bank abholen.

Die Story. Am gestrigen Dienstagnachmittag (10.11.20) erscheint eine 81jährige Dame aus Süchteln bei der Filiale ihres Geldinstitutes und bittet um Auszahlung eines hohen Geldbetrages. Die aufmerksame Mitarbeiterin traut sich zu fragen, wofür denn das Geld bestimmt sei? Die sehr aufgeregte Dame schilderte sodann, dass ihr Sohn in einem Krankenhaus liege, und das Geld für die Behandlung bestimmt sei. Die Seniorin schilderte weiter, dass sie mit einem Arzt telefoniert habe, der den Sohn behandele. Der Sohn sei an Corona erkrankt und man könne ein Medikament, was in Deutschland aber noch nicht zugelassen sei, über die Berliner Charité besorgen. Der Arzt habe quasi stündlich bei ihr angerufen und bei kritische Fragen der Seniorin den Druck erhöht: “Es geht hier um Leben und Tod! Wenn Sie Ihrem Sohn nicht helfen, hat er keine Chance mehr!” 

Derart eingeschüchtert fuhr die Dame schließlich mit einem Taxi zum Geldinstitut. Nachdem die Sparkassenmitarbeiterin die Frau beruhigte, informierte sie die Polizei. Bei einem Rückruf konnte der Sohn erreicht werden. Es geht ihm gut. Die Seniorin schilderte später, dass der Anrufer ihr aufgetragen habe, sie solle bei der Bank sagen, das Geld würde für die Anschaffung von Möbeln benötigt. Der Dank der Polizei gilt der Sparkassenmitarbeiterin, die hier den Betrug in letzter Minute verhinderte, heißt es im Polizeibericht.

Zum Dank der Polizei noch eine Bitte der Redaktion: Der Sohn sollte seine Mutter öfter anrufen, dann passiert so etwas auch nicht.