Nun heißt sie „Am Rosengarten“

Eine jahrelange Diskussion um die Lettow-Vorbeck-Straße, die von der Kaldenkirchener Straße entlang des Bunten Gartens zum Schürenweg führt, ist nun zu einem Ende gekommen. Oberbürgermeister Felix Heinrichs enthüllte heute im Beisein von Publikum eines von fünf neuen Straßenschildern mit dem Namen „Am Rosengarten”, welche die bisherigen ersetzten. Gleichzeitig bleiben die alten, die rot durchgestrichen sind, wie rechtlich vorgeschrieben, noch ein Jahr erhalten. 

Offizielle Umbenennung in “Am Rosengarten”, OB Felix Heinrichs mit einem der neuen Straßenschildern, assistiert und applaudiert

Der Rat der Stadt hatte bekanntlich in seiner Sitzung am 30. Juni mit großer Mehrheit beschlossen, die Lettow-Vorbeck-Straße umzubenennen, womit einem Wunsch aus der Bevölkerung entsprochen wurde. Die Umbenennung der seit 1935 so benannten Straße wurde vor dem Hintergrund beschlossen, dass die Übeltaten an den Herero und Nama in den Jahren 1904 und 1905, als ihr Land eine Kolonie Deutschlands war, als Völkermord eingestuft sind. Der damalige Adjutant und spätere General Paul Emil von Lettow-Vorbeck, nachdem die Straße 1935 benannt wurde, war maßgeblich an den Gräultaten beteiligt. Dass dies nun ein Völkermord war, hat die Entscheidung erleichtert. „… Engagierte Menschen, die sich einbringen, machen unsere Stadt aus”, sagte Oberbürgermeister Felix Heinrichs bei der Enthüllung des Straßenschildes. 

Mit diesem Akt ist der Prozess von Straßenumbenennungen in Gladbach noch nicht beendet. Es gibt noch einige andere, die umstritten sind. Man möge sich erinnern, dass es mindestens eine politische Gruppe im Rat gibt, welche der Hindenburgstraße gerne einen anderen Namen geben möchte. 

Der Kulturausschuss hatte im Dezember vergangenen Jahres die Einrichtung einer Historiker-Kommission beschlossen, die sich mit umstrittenen Straßen- und Platznamen beschäftigt.

Arabeske: Der „Rosengarten”, nachdem die Straße am Bunten Garten nun wieder benannt ist, sorgte 1928 für große Aufmerksamkeit, weit über die Stadtgrenzen hinaus. Damals war auf einem 18 Morgen großen Gelände östlich des Kaiserparks die dritte Deutsche Rosenschau ausgerichtet, von der das Foto aus dem Archiv der Stadt stammt.