Sommerfest der FDP

Das Balkonzimmer der Kaiser Friedrich Halle war Treffpunkt der Mitglieder der FDP-Kreispartei. Ihr Vorsitzender, Andreas Terhaag, lud zum Sommerfest und so 90, so etwas wie der harte Kern der Liberalen in Gladbach, folgten dem Ruf an einem sonnigen Abend des 15.08.21. Auf dem Balkon war ein heißes Büffet vorbereitet und Getränke gab es aus dem Kühlschrank. Die bezahlten die Gäste selbst. Als Gastredner fungierte Andreas Pinkwart, Prof.Dr., um seiner akademischen Würde die Ehre zu geben. Er ist im Kabinett von Armin Laschet bekanntlich für Wirtschaft und Digitales zuständig und versäumte es nicht, ordentlich die Werbetrommel für die Bundestagwahl am 26.09.21 in Bewegung zu bringen. Das fällt dem eloquenten Andreas Pinkwart nicht schwer und so war sein Vortrag, der die Erfolge der schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf herausstrich, an den richtigen Stellen von Beifall unterbrochen. 

Andreas Pinkwart

Nach Ende seines Vortrags von einem Mitglied darauf angesprochen, was er nach der Bundestagswahl für eine Koalition in Berlin favorisieren, sprach er sich für eine mit der CDU/CSU, schloss aber eine Ampel aus SPD, Grünen und der FDP nicht aus.

Da ist sein Parteichef anders. Christian Lindner strebt nach der Bundestagswahl eine Regierungsbeteiligung an der Seite der Union an. Einen Eintritt seiner Partei in eine Ampel-Koalition mit der SPD und den Grünen erwartet Lindner nicht: „Die Aufgabe der FDP ist es, eine weitere Linksverschiebung der deutschen Politik zu verhindern“, sagte der Parteichef am Sonntag im „Sommerinterview“ des ZDF. „Mir fehlt die Phantasie, wie Rot und Grün der FDP überhaupt ein Angebot machen könnten. Die stehen der Linkspartei viel näher als uns.“

Lindner formulierte in dem Interview zwei Bedingungen für einen Regierungseintritt der FDP: Es dürfe keine Steuererhöhungen geben und keine Aufweichung der Schuldenbremse. Diese FDP-Kernanliegen seien mit den Programmen von Grünen, SPD und Linkspartei nicht vereinbar.

Auch der stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP, Peter König, ist da nicht rigoros. Wie er dem Gladbacher Tageblatt auf dem Sommerfest auf Befragen verriet, wird es keine Koalitionsaussage der FDP vor der Bundestagswahl geben (wenn man das, was Linder sagte, nicht als solche nehmen will). Davon ließ sich König auch nicht durch den Einwand abbringen, dass Wähler gerne wissen möchten, wofür sie votieren.