Städtebaulicher Akzent für Rheydt

slapa oberholz pszczulny | architekten (sop), ansässig in Düsseldorf, gewannen den Architektur-Wettbewerb um das neu zu bauende Rathaus Mönchengladbach (Rathaus der Zukunft mg+), das im Stadtteil Rheydt entsteht. Am Abend es 04.11.19 erreichte das Architektenteam der Anruf aus Mönchengladbach, der ihnen die freudige Mitteilung machte.

Etwa 100 Architektenteams nahmen an dem dem Wettbewerb teil. Es blieben vorletzt acht übrig und vier kamen in die Endausscheidung, wobei der Entwurf der Düsseldorfer schließlich die Palme erhielt.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Karl-Heinz Petzinka, Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, entschied sich in einer ganztägigen Ssitzung für den Entwurf der Düsseldorfer Der Entwurf überzeugte die Fachjury durch Klarheit in der Anordnung der Baukörper und einer vorgesetzten Ost-West-Passage zum Marktplatz. „Mit dem Ergebnis der Preisgerichtssitzung sind wir dem Planungsvorhaben einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Der Siegerentwurf überzeugt mit seiner klar umrissenen Architektur, seiner Offenheit und seinem nachhaltigen Ansatz”, sagt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

Auffälligstes Merkmal des Entwurfs ist ein gläserner Riegel, der sich von der Limitenstraße bis zur Harmoniestraße an der Marktplatzkante erstreckt. Das historische Rathaus und die alte Kommandantur sind als historische Bestandsgebäude dem neuen verbindenden Element vorgelagert. Wie eine Spange umfasst der durchgehende mehrstöckige Glaskubus mit vor- und zurückspringenden Galerien die dahinter gelagerten drei Baukörper, die die Rathausfunktionen in den ablesbaren Blöcken für das alte Rathaus, das soziale Rathaus und das technische Rathaus organisieren. Mit der gläsernen Fassade öffnet sich die Verwaltung zur Stadt hin und erlaubt Einblicke in die modernen Arbeitswelten mit offenen Bürozonen, innenliegenden Servicezentren, Front-Office-Bereichen und dem Konferenzzentrum. Gleichzeitig spiegelt sich in dem gläsernen Rathaus-Boulevard das Stadtleben auf dem Marktplatz.

Der Glaskubus mit integrierter Photovoltaikanlage auf dem Dach übernimmt zugleich die Funktion einer „grünen Lunge” für den Gesamtkomplex. Ein „Wasserkreislaufteich” auf dem nördlichen Vorplatz mit natürlicher Kläranlage (Wasserpflanzen übernehmen das), Turbinenlüfter auf dem Dach und Geothermie sind Merkmale des Konzeptes im Sinne des Cradle-to cradle-Prinzips. Passiver Sonnenschutz durch Fassadenbegrünung, Dachbegrünungen und natürliche Belüftungen ergänzen die Sache, und tragen zu einem gesunden Raumklima bei. Insgesamt prägt ein Grünnetzwerk aus öffentlichen Flächen und bepflanzten Höfen den dreigliedrigen Komplex, der im Untergeschoss auch ein Parkhaus für Fahrräder mit eLadestationen vorsieht.

An die gläserne Magistrale „angedockt“ sind die drei dahinter liegenden Baukörper (Altes Rathaus, Karstadt-Gebäude, Stadtsparkasse) mit lichtdurchfluteten und nach oben offenen Innenhöfen, begrünten Wartezonen, dem Konferenz-Zentrum im historischen Rathaus, dem neuen Standort der Stadtsparkasse in der alten Kommandantur mit Haupteingang an der Limitenstraße und der Stadtbibliothek zwischen historischem Rathaus und Stadtsparkasse. Ein weiteres städtebauliches Merkmal ist ein sich aus dem Boden schräg heraushebendes und von oben begrüntes Element vor dem gläsernen Riegel. Die schiefe Ebene, die von ihrer Oberseite als Ruhe- und Aussichtsfläche förmlich aus dem Platz geklappt wird, bildet vom Markt aus den Eingang für das Untergeschoss von Karstadt.

Seit dem 07.11.19 ist das alles in der Schalterhalle in der Hauptstelle der Stadtsparkasse in Rheydt zu besichtigen und auch noch einiges mehr. Denn das Rathaus der Zukunft idt natürlich auch noch ausbaufähig.

Vordringliche Aufgabe wird es jetzt sein, im Kostenrahmen von ca. € 160 Mio. zu bleiben.
Dann – so sagen die Verantwortlichen – bekommt Mönchengladbach ein Rathaus der Zukunft, das nicht nur chic ist, sondern sich auch rechnet.

Tröstlich ist natürlich zu wissen, wenn das neue Haus nun teurer wird, so bekommen die Beschäftigten jedenfalls einen Arbeitsplatz, der dem 20. Jahrhunderts angemessen ist.

Das zweite Foto zeigt OB Reiners, Hartmut Wnuck, Vorstand der Sparkasse und Dr. Gregor Bonin bei der Eröffnung der Ausstellung im Foyer der Hauptstelle im Stadtteil Rheydt.

Hier geht es zur Vorberichterstattung.