Strom wird teurer

Die NEW erhöht die Strompreise mit Wirkung ab 01.09.20. In einem Rundschreiben bedankt sie sich bei ihren Kunden für die Treue und lobt sich selbst: „Sie waren gut versorgt und jederzeit mit unserem TÜV-zertifizierten Kundenservice zufrieden.“ 

Mit der Preiserhöhung reiht sich die NEW in den Kreis der Versorger ein, die in diesem Jahr für ihre Kunden teurer geworden sind.

Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden und einem Vertrag der Grundversorgung muss in Deutschland im Durchschnitt 5,9% mehr bezahlen als im vergangenen Jahr, hat Datenbankanalyst Enet errechnet. Für einen solchen Musterhaushalt bedeutet das einen Aufschlag von 57,- € im Jahr.

Deutschland leistet sich in der Europäischen Union die höchsten Strompreise insgesamt. In einem Ländervergleich, der einer Neuerscheinung  mit dem Titel  „Energiepolitik und Elektrizitätswirtschaft in Österreich und Europa“ entnommen ist (erschienen im Leopold Stocker Verlag), zahlt eine Familie bei einem Stromverbrauch  zwischen 2.500 und 5.000 kWh in Deutschland 30,50 Cent pro kWh im Schnitt, in Frankreich 17,60 Cent, im Europa der ehemals 28 Staaten 20,50 Cent pro kWh.

Die NEW hat nach eigenen Angaben den Tarif „neu strukturiert“, und wer den Versorger nicht wechseln will, bekommt eine Preisgarantie bis 31.12.21. Die Preiserhöhung bedeutet bei einem jährlichen Verbrauch von 3.000 kWh 41,40 € oder 3,45 € im Monat.

Der Strompreis ist ein politischer Preis, was soviel heißt, dass bei einem Strompreis in Höhe von brutto 28,50 Cent pro kWh der Anteil von Energie- und Vertriebskosten 7,097 Cent beträgt. Und auch nur hierauf gibt es eine Preisgarantie. Das sagt die NEW, aber nur im klitzeklein Gedruckten.