Tempo 30 in der Stadt ist eine feine Sache, wenn sie funktioniert. Wer hier fährt, der weiß, Vorfahrt hat der, der von rechts kommt. Das erfordert Aufmerksamkeit und ein vorsichtiges Umgehen mit dem Gaspedal, ansonsten fließt der Verkehr, von keiner Ampel reguliert. An großen Kreuzungen gibt es Kreisverkehr, auch hier weiß jeder, wie er sich verhalten muss, um unbehelligt und zügig seine Fahrt zu absolvieren. Man kennt das aus Gran Canaria, wo schon vor vielen Jahren die letzte Ampel abgebaut worden ist.

In Mönchengladbach ist das alles Stückwerk. In den vergangenen Jahren sind einige 30-km-Zonen eingerichtet worden, aber an der konkreten Umsetzung mangelt es. Nun soll ein neuer Schwung dazu kommen. Die Bezirksvertretungen als untere demokratische Institutionen beschäftigen sich auf Veranlassung des FachbereichsFB 61 Stadtentwicklung und Planung mit insgesamt 22 solcher Vorhaben. Das sind mal einzelne Straßenzüge, mal ein paar verbundenem, aber alles ziemlicher Kleinkram, auch in den weiter draußen liegenden Stadtteilen.
Das hat die FDP im Stadtrat veranlasst, die CDU auf ein Wahlversprechen hinzuweisen, was nun nach Ansicht der Liberalen gebrochen wird. Sie sagen, wir haben die Wahlplakate der CDU zur Kommunalwahl noch vor Augen: „Zufrieden mit den Temporegeln? Falls nein: Sie können das ändern“ Abgebildet waren Tempo 30 Schilder mit dem unausgesprochenen Hinweis, die CDU sei ein Garant gegen 30-km/h-Willkür und man könne davon ausgehen. dass die Mehrheitspartei im Stadtrat dafür sorgen werde, dass die Gängelung der Autofahrer nicht überhand nehme. Das ist nämlich der Fall, wenn er sich von 30-km/h-Stückchen zu was anderes durchkämpfen muss, im 30er Bereich, der noch nicht einmal richtig eingerichtet ist.
„Wir als FDP haben nichts gegen Tempo 30 Zonen vor Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder Krankhäusern. Aber wir haben etwas gegen die Gängelung der Autofahrer in dieser Stadt. In unserem Kommunalwahlprogramm haben wir ein ausgebautes Hauptverkehrsstraßennetz gefordert, in dem die Hauptverkehrsachsen klar definiert und für den Straßenverkehr ausgelegt werden sollen.

Das ist ein Problem, aber es gibt, wie schon eingangs erwähnt, ebenso wichtige. Man kann das im Stadtteil Eicken gut beobachten. Hier sind in der vergangenen Legislaturperiode einige Zonen eingerichtet worden, die aber immer noch nicht den Vorschriften entsprechen. Es gibt in den dort befindlichen 30 km/h-Zonen Schilder mit Vorfahrt achten, wie auf der unteren Regentenstraße, Ampeln an der Mariakirchstraße an der Kreuzung mit der Eickener und auch an der Keruzung an der Eickener mit der Matthiasstraße. Alles mehr als ärgerlich für Automobilisten und denen, die Verkehrsberuhigung als Aufgabe sehen. Und das Beispiel von Eicken ist nur eins, es lassen sich sicher noch weitere herauskristallisieren.