Unfälle auf Weihnachtsmärkten

Weihnachtsmärkte haben Hochsaison. Neben Kunsthandwerk sind Stände mit Essen und Trinken Anziehungspunkte. Immer wieder kommt es zu Bränden und Unfällen, bei denen Grills, Pfannen und Heizgeräte eine Rolle spielen, die mit Flüssiggas betrieben werden. Über die häufigsten Ursachen informiert Flüssiggas-Experte Dipl.- Ing. Thomas Real von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN).

Fehler 1: Unkenntnis
Der Hauptgrund für Unfälle ist die fehlende Fachkenntnis beim Umgang mit Flüssiggasanlagen. Wer sich nicht richtig auskennt, macht Fehler. Wenn eine undichte Stelle entsteht, strömt das Brenngas an dieser Leckage unbemerkt aus, sammelt es sich am tiefsten Punkt in der unmittelbaren Umgebung an. Augenblicklich entsteht eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre. Die nächste Zündquelle wird sie zünden. Das kann eine brennende Zigarette sein oder es sind winzige Funken beim Ein- und Ausschalten von Elektrogeräten. Die Folge sind dann schwerste Brandverletzungen.

Fehler 2: Zu lockere Verbindung
Viele Betreiber wissen nicht, wie man eine dichte Verbindung zwischen Druckregelgerät und Flaschenventil herstellt. Fehler Nummer eins: Bei der 5- bzw. 11kg-Flasche wird die Flügelmutter des Kleinflaschenreglers oft mit zu geringer Handkraft, also zu locker, angedreht. Dann strömt an dieser undichten Stelle Gas aus. Das bemerkt man vielleicht auch noch und will dann schnell festdrehen. Viele drehen jetzt die Flügelmutter automatisch rechtsherum und schrauben damit den Regler ab, weil er ein Linksgewinde hat. Das ist Fehler Nummer zwei. Die Folge: Jetzt strömt noch mehr Gas aus. Ist das Gasgerät schon in Betrieb, gibt es in unmittelbarer Nähe eine Zündquelle.

Deshalb ganz wichtig: Bei Gasgeruch und Undichtigkeit immer als Erstes das Flaschen- ventil zudrehen – am Handrad oben an der Flasche. Drehrichtung ist rechts. Damit verhindert man, daß weiter unverbranntes Gas ausströmt.

Fehler 3: Beschädigter oder fehlender Dichtring
Um überhaupt eine dichte Verbindung herzustellen, ist bei der 5- und 11kg-Flasche der schwarze Dichtring im Ventilsitz wichtig. Diese Dichtung muß vorhanden und in Ordnung sein. Durch häufige Montagen mit zu hohem Kraftaufwand kann sie beschädigt sein oder sie geht verloren. Also auch auf den Dichtring müssen Betreiber achten.

Fehler 4: Keine Prüfung auf Dichtheit
Man muß prüfen, ob die Verbindung dicht ist, das wird aber immer wieder vergessen. Nach jedem Flaschenwechsel muß eine Dichtheitsprüfung durchgeführt werden. Das kann man mit einem Leckgassuchspray oder auch mit Seifenlauge machen. Eine Blasenbildung ähnlich wie bei der Fahrradschlauchreparatur zeigt eindeutig eine gefährliche Leckage an.

Fehler 5: Leistungsstarkes Gerät – kleine Flasche
Wenn man ein leistungsstarkes Verbrauchsgerät, z. B. einen 24-kW-Herd, an eine kleine 11kg-Flasche anschließt, dann stimmt die Dimensionierung nicht. Die Folge: bei kalten Außentemperaturen kann es bei einer Entnahme großer Flüssiggasmengen aus der Gasphase zu Vereisungen an der Flasche und auch im Flaschenventil kommen. Und dann kommt kein Gas mehr durch. Der Betreiber meint, die Flasche ist leer. Er schraubt den Regler ab und stellt die Flasche zur Seite. Vergißt er, das Handrad des Fla-schenventils zu schließen und taut die vereiste Flasche wieder auf, kann das Gas unbemerkt aus dem noch offenen Flaschenventil ausströmen.

Ansprechpartner für Fachfragen:
Dipl.-Ing. Thomas Real, erreichbar mit: thomas.real@bgn.de oder Telefon-Nr. 0231 17634-5623 Mobil: 0152 5677 3136

Das Foto ist eine Aufnahme von Fotolia/Klaus-Peter Adler, aufgenommen auf dem Weihnachtsmarkt in Rheydt

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