„Energielotsen“ gesucht

Die Wärmeplanung der Stadt, die 2024 als Satzung verabschiedet wurde, sieht vor, dass Häuser, Wohnungen, Handel, Gewerbe und Industrie demnächst nur noch mit Wärme versorgt werden können, die nicht aus fossilen Energieträgern gewonnen wird, was auf Vorgaben von Berlin geschieht. Dort sollen aber die  Vorlaufzeiten geändert werden, auch die Wärmegewinnung aus Gas bleibt demnach möglich, wenn „grünes“ Gas, beigemischt wird. Eigentlich sollte die Gesetzesänderung schon vor Ostern durch das Kabinett verabschiedet werden und dann vom Bundestag, aber da hat man im Augenblick andere Sorgen.

Die Stadtverwaltung begleitet Hauseigentümer und solche, die es werden wollen, in die neue Ära. Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher sind dabei ein Thema. Man geht davon aus, dass der persönliche Austausch mit Leuten, die bereits Erfahrungen sammeln konnten, am wertvollsten sind. Die Stadt sucht deshalb Leute – zunächst in den Stadtteilen Rheindahlen und Giesenkirchen – die als „Energielotsen“ ihre Erfahrungen mitteilen. Es sind sogenannte Wärmepumpenparties angedacht. Bei diesen Veranstaltungen öffnen Hauseigentümer kleinen Gruppen ihre Türen, um das Heizen mit Wärmepumpen, möglich auch in Verbindung mit einer PV-Anlage, vorzustellen. So hofft man Unsicherheiten zu reduziere, Entscheidungen vorzubereiten und offene Fragen zu beantworten.

Es geht um Fragestellungen wie: Welche Tipps können Sie geben? Was muss ich im Gespräch mit dem Installateur beachten? Wie kann ich unseriöse Angebote herausfiltern? Mit welchen Geräten wurden Erfahrungen gemacht? Die Stadt bittet, alle, die sich vorstellen könnten, Energielotsen zu werden, um zunächst unverbindliche Meldung auf der Webseite www.stadt.mg/heizungstausch. Es sollen Termine in Giesenkirchen und Rheindahlen vorbereitet werden.

PS:  Die ursprüngliche Absicht, Gas als Energieträger schon rasch aufzugeben, wird wohl aufgegeben. Dabei wäre es sicher zu unüberwindlichen Schwierigkeiten gekommen, hat Gas doch einen Anteil von ungefähr 70% an allen zur Verfügung stehenden Energieträgern, auch ist das Verbrennen von Gas, um Wasser für eine Heizungsanlage zu erwärmen, eine simple und bis zum Ukrainekrieg preiswerte Angelegenheit. Eine Wärmepumpe ist ein hochkompliziertes Gerät, mit dem das 2. Wärmegesetz umgangen werden muss, teuer in der Anschaffung, trotz hoher Subventionen, mit einem happigen Wartungsaufwand. Teuer auch im Verbrauch, wenn kein Strom aus einer PV-Anlage zur Verfügung steht und wenn hohe Vorlauftemperaturen nötig sind. Das ist immer bei ungedämmten Altbauten nötig.

Nun soll Gas weiter möglich werden, wenn sich die Regierung in Berlin darauf verständigt und das vorliegende Gesetz geändert wird. Es soll dann „grünes“ Gas beigemischt werden, wobei völlig unklar ist, wo es herkommen soll. Die NEW als Gaslieferant zum dem Thema befragt, hüllt sich in Schweigen, auch weil es die Gesetzesänderung ja noch nicht gibt.

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